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saw 3

Januar 26, 2007

mein grundvertrauen in mehrteilige filme wurde in den letzten jahren des öfteren erschüttert. umso erstaunlicher zu sehen dass es ausgerechnet eine horror-serie (die vermutlich wie so viele andere filme auch nur aufgrund des kommerziellen erfolgs zu einer trilogie ausgebaut wurde) schaffen würde mich so positiv zu überraschen. ja, saw 3 fängt recht unspektakulär an und enthält einige sehr sehr blutige szenen die nichts für schwache nerven sind, aber saw 3 schafft es auch spielerisch, viele der wichtigen fragen der ersten beiden teile zu beantworten und dieses damit im nachhin sogar noch besser (weil logischer) erscheinen zu lassen. das wichtigste jedoch: ein vollkommen zufriedenstellendes ende.
keine fragen und keine hintertüren werden offen gelassen, die schluss-szenen sind zwar im vorfeld erahnbar, dann aber trotzdem überraschend und spannend bis zur letzten sekunde.

jetzt bleibt nur noch die unrealistische hoffnung dass es sich die produzenten nochmal anders überlegen und uns nicht bereits ende des jahres mit einem vierten teil „erfreuen“….

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kein anschluss unter dieser nummer

Oktober 23, 2006

seitdem einem guten freund von mir vor jahren sein handy entwendet wurde lebt er das leben von dem viele von uns in manchen momenten wohl insgeheim träumen. nicht mehr rund um die uhr erreichbar, nicht mehr mit mehr oder weniger sinnvollen sms bombadierbar, nur mehr eher längerfristig buchbar und quasi kaum noch versetzbar.
klar, ein mobiltelefon gehört heutzutage quasi zur grundausstattung, wer keines hat ist wundersam, merkwürdig, sonderling und fast schon aussenseiter. aber ist es wirklich so schlimm nicht rund um die uhr ein sklave der modernen telekommunikation zu sein? ich finde es bewundernswert sich dem zu entziehen und muss aber zugleich zugeben dass ich wohl nicht mehr auf mein handy verzichten könnte.
trotzdem habe ich gelernt gar nicht unbedingt immer erreichbar sein zu müssen, nicht immer sofort auf jede textnachricht innerhalb von 5 minuten antworten zu müssen und manchmal – manchmal: das handy einfach mal für ein paar stunden abzudrehen zu können.

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sechs minuten, vier sekunden

Oktober 15, 2006

so lange hat es gedauert, mein letztes telefonat mit „mr unbekannt“, der mich seit einigen monaten mehr oder weniger regelmäßig – bevorzugt nachts – mit unterdrückter nummer anruft.
unsere „gespräche“ zeichen sich wohl in erster linie dadurch aus dass mein gegenüber nur hier und da ein paar atemgeräusche von sich gibt und –niemals spricht.
so führe ich also monologe, fasziniert von meinem aufmerksamen stillen und geduldigen zuhörer und fasziniert von der absurdität der situation.
einfach nur zuhören, das ist in unserer welt ganz und gar nicht mehr selbstverständlich und sechs minuten nur mit dem verbalisieren eigener gedanken zu füllen kann zu einer ziemlich großen herausforderung werden.
eine herausforderung die ich natürlich nur allzu gerne annehme…

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goldig gelber gerstensaft

Oktober 12, 2006

nach wochenlanger schwerstarbeit und größtem körperlichen einsatz ist es nun endlich soweit:
aus der weitreichenden palette der bierarten (weizen, märzen, pils, lager, bock, malz,…) beschränke ich meine ganz persönlichen österreich-top 10 bewusst auf ganzjährig im handel in flaschenform erhältliches bier, um jedem ein lückenloses nachtesten zu ermöglichen und –zu vergönnen:
1. trumer pils , 2. murauer märzen, 3. stiegl goldbräu, 4. hirter privat pils, 5. eggenberg hopfenkönig pils, 6. kapsreiter landbier hell, 7. wieselburger stammbräu, 8. mohren bräu, 9. karlskrone gold, 10. goldfassl pils

ach ja, zum abschluss noch das wichtigste: die 1000 arten eine bierflasche zu öffnen

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lange nacht der erinnerungen

Oktober 7, 2006

heute findet zum bereits siebten mal in wien die lange nacht der museen statt. für mich persönlich ist es jedoch eher die lange nacht der erinnerungen, da sich an diesem abend vor ziemlich genau einem jahr ein großer teil meines lebens wohl endgültig verabschiedet hat.
aber was die heutige nacht mir wirklich vor augen führt ist etwas anderes: meine unfähigkeit mit vergangenheit umzugehen, meine unfähigkeit loszulassen. ich hänge an menschen, erinnerungen, erlebnissen, emotionen und augenblicken so sehr, dass mein alltag zunehmend davon ausgefüllt wird. jeder ort eine erinnerung, jedes gefühl ein wiederaufflammen vergangener tage und so schwelge ich in erinnerungen die mehr und mehr nur noch mir gehören.
das was mich heute nachdenklich stimmt ist jedoch die tatsache, dass ich mich trotzdem nicht schlecht dabei fühle. mir mein leben schwerer mache und trotzdem stolz darauf bin meine vergangenheit zu bewahren, meine „altlasten“ auf jedem schritt des weges mitzuschleppen. es fühlt sich ehrlich an, es fühlt sich aufrichtig an, es fühlt sich – gut- an.
und egal wie krank und masochistisch es vielleicht „faktisch“ sein mag – ich denke das ist wohl alles was zählt.

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tier /// liebe

September 29, 2006

geliebt, verhätschelt und ihrer natürlichen bedürfnisse beraubt: so leben an die 18 (!) millionen haustiere in österreichischen haushalten. egal ob vögel, fische, nagetiere jeder art, katzen oder hunde – wie der mensch sein tier haben will, so wird es „produziert“.
das was als tierliebe bezeichnet wird ist jedoch in wahrheit in der regel eher auf reinem egoismus begründet. das tier als prestigeobjekt, zur bekämpfung der eigenen einsamkeit, als bedauernswertes zuchtobjekt oder einfach nur -als spielzeug.
die meisten haustiere wurden durch selektive zucht zu dem gemacht, was sie heute sind. der mensch hat sie für seine eigenen zwecke geschaffen – nicht etwa die natur durch zufällige mutationen.
die einzig „richtigen“ haustiere sind klarerweise hunde und katzen, weil ihre lebensgewohnheiten im grossen und ganzen sehr gut zu denen des menschen passen. aber auch das gilt nur in ländlichen gegenden und bei entsprechender pflege. hunde z.b. in einer großstadt wie wien zu halten – das ist in meinen augen reinste tierquälerei und sollte schnellstmöglich verboten werden.
gerade sogenannte tierfreunde sollten eigentlich verstehen dass die bedürfnisse eines tieres wichtiger als sämtliche menschlichen egoistischen motive sind – oder sein sollten.

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bittersüße düfte

September 20, 2006

20 jahre lang hat sich patrick süßkind gegen eine verfilmung seines buchs gewehrt und jedes angebot (davon gab es jede menge) abgelehnt.
nun hat er sich also doch noch der macht des geldes und den verwertungsprinzipien der filmkapitalisten ergeben und bernd eichinger/tom tykwer machten sich ans werk.
es mag vielleicht wenig wirklich gute buchverfilmungen geben und noch viel weniger buchverfilmungen die ihre vorlage übertreffen (vielleicht der name der rose, odyssee 2001, blade runner, die verurteilten, fight club), aber ausgerechnet im fall von „das parfum“ hätte eigentlich allen beteiligten klar sein müssen, dass ein desaster vorprogrammiert ist.
ein film kann nun mal schlecht ein buch nacherzählen, in dem es im kern doch eigentlich um die gedankengänge und eindrücke des hauptcharakters geht. wenn dann auch noch zentrale szenen wie die orgie und das finale vollkommen lustlos und uninspiriert inzeniert werden bleibt mir leider nichts anders übrig als ganz dringend vom kinobesuch abzuraten.
wie kann es eigentlich trotz überlänge gelingen einen film abzuliefern der sich stellenweise enorm in die länge zieht und in dem trotzdem einige wirklich essentielle (!!) szenen fehlen?
tja – gottseidank gibt es im fall von „das parfum“ ja eine preisgünstige alternative zum kino-frustabend.

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zugfahrt nach berlin (und mehr)

September 12, 2006

als ich vor zwei tagen in meinen zug richtung berlin stieg hätte ich mir nur schwer vorstellen können, dass ich schon nach wenigen minuten mein notebook auspacken würde und gemeinsam mit dem gesamten abteil einen meiner absoluten lieblingsfilme – eternal sunshine of the spotless mind- sehen würde.
toll war nicht nur dass quasi alle vom film begeistert waren, sondern vor allem die tatsäche, wie leicht offensichtlich barrieren zu durchbrechen sind. wie schnell man zu wildfremden menschen, die man eigentlich in der regel auf einer solchen fahrt nur 12 stunden lang anschweigt, fast schon ein vertrautes verhältnis aufbauen kann.
wenn man darüber nachdenkt scheint es fast absurd wie isoliert unsere alltagswelten sind, wie wir uns in kaffeehäusern nicht mal trauen länger zum nachbartisch zu schauen, wie wir am weg zur arbeit jeden morgen dieselben interessanten menschen treffen ohne jemals auch nur den vornamen zu erfragen, wie wir interessiert die menschen in der ubahn betrachten um dann ganz schnell und fast schon beschämt wegzusehen sobald der blickkontakt erwidert wird.
soziale barrieren schützen, aber sie entfremden auch und manchmal sollte man sie wohl bewußt in frage stellen und – durchbrechen.

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london boy

September 4, 2006

nach einer woche in london bin ich also wieder zurück in virtuellen welten. menschen fahren ja in der regel nicht alleine auf urlaub und als ich dieses mal beschlossen habe ganz einfach spontan einen platz in einem flieger zu buchen ist das auf ziemliches unverständnis gestossen. wie kann man nur ganz alleine eine woche in einem fremdsprachigen land verbringen?
für mich war es ein sehr interessantes experiment mal wirklich ganz auf mich gestellt zu sein. es sieben tage lang nur mit mir selbst aushalten zu müssen und eine halbe ewigkeit kein deutsch mehr zu sprechen.
london ist nach wie vor eine sehr liebenswerte stadt. doch das was ich an „fremden“ städten und kulturen immer noch am faszinierendsten finde ist das unterschiedliche TEMPO. die geschwindigkeit, in der das leben in einer stadt abläuft wird zwar merkwürdigerweise von den wenigsten in frage gestellt, mich können die unterschiede aber jedes mal aufs neue begeistern. ich habe vielleicht einen gewissen hang zu superlativen und zur übertreibungen, aber wenn ich schreibe daß die menschen in london auf den straßen fast doppelt so schnell unterwegs sind wie in wien – dann stimmt das. manche finden das stressig, ich finde es wunderbar. kennt eigentlich jemand eine stadt die LANGSAMER als wien ist?

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hard time for the dreamer / shelly poole

August 14, 2006

shelly poole ist eine mehr oder weniger unbekannte britische songwriterin und sängerin, die dem ein oder anderen vielleicht noch als teil der band „alisha’s attic“ ein begriff ist. (einzige erfolgreiche single im deutschsprachigen raum: „i am i feel„)
im herbst 2005 hat sie nun ihr erstes soloalbum herausgebraucht und ist in england zur zeit wieder mal auf tour um dieses zu promoten. „hard time for the dreamer“ ist stilistisch meiner meinung nach eigentlich ein klassisches frühlingsalbum, voller eingängiger melodien die trotzdem noch knapp am mainstream vorbeischrammen. besonders empfehlenswert ist „anyday now“, ein duett mit jack savoretti sowie der titeltrack und „lost in you“. käuflich erwerbbar ist dieser kleine juwel dummerweise nicht ohne weiteres, da er nur auf einem kleinen britischen independent-label erschienen ist. aber gottseidank gibts ja noch itunes…. ;-)